Background
Weltweit 22 Dezember 2016

Ostafrika braucht
qualitativ hochwertige
Saatkartoffeln

Zum Hochland Ostafrikas zählen Kenia, Äthiopien, Uganda, Ruanda und Burundi. Es ist ein tropisches Gebiet, in dem etwa 40 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die Unterstützung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe zur Verbesserung ihrer Ernten und damit der Lebensbedingungen ist von wesentlicher Bedeutung, denn die Bevölkerung wächst schneller als die lokale Lebensmittelproduktion.

Reste pflanzen

Ein großes Problem besteht darin, dass nur wenige der lokalen Landwirte Zugriff auf saubere und gesunde Samen haben. „Bei vielen Pflanzen verlässt sich die Mehrheit der Kleinbauern auf die Reste der vergangenen Ernte“, so Dr. Ian Barker, Head of Agricultural Partnerships bei der Syngenta Foundation for Sustainable Agriculture. „Schätzungsweise 1 % verwenden qualitativ hochwertiges Saatgut.“ Die Samen können 20 bis 30 Jahre alt sein. Das führt zu einer durchschnittlichen Kartoffelernte von 5,3 - 8,9 Tonnen pro Hektar. Die Menge sollte eigentlich bei mindestens 25 Tonnen liegen. Darüber hinaus nimmt die Produktion sogar ab. Es geht also um viele Menschen und ein wichtiges Produkt. Was können wir hier tun?

Partnerschaften

Syngenta ist eine Schweizer Stiftung, die global mit Partnern arbeitet, um die Einnahmen kleiner landwirtschaftlicher Unternehmen in Entwicklungsländern durch Innovation und nachhaltige Landwirtschaft zu steigern. Eines der Projekte dreht sich vollständig um die Verbesserung des Zugriffs auf qualitativ hochwertiges Saatgut moderner Sorten. Dieses Projekt mit der Bezeichnung Seeds2B betrifft alle Pflanzen, die Kartoffel hat jedoch Priorität.

“Kartoffeln garantieren Lebensmittelsicherheit und Einnahmen”


Ian Barker erklärt: „Im ostafrikanischen Hochland ist die Kartoffel die zweitwichtigste Nahrungspflanze, enthält jedoch mehr wichtige Nährwerte. Sie ist auch konsistent, hat einen kurzen Kreislauf und ist resistent gegenüber Dürre. Wenn wir also diesen Kleinbauern helfen können, bessere Ernten zu erzielen, werden Kartoffeln dabei garantiert für Lebensmittelsicherheit und Einnahmen sorgen.

Wenn man nach Partnern für Innovationen innerhalb der Kartoffelsorten sucht, dann schaut man, insbesondere in der schnell wachsenden Verarbeitungsbranche, unweigerlich nach Europa und dabei auch auf die Niederlande. Es geht nicht nur um die Samen. Durch die Zusammenarbeit erhalten wir Zugriff auf das Wissen der Züchter und eine Infrastruktur, die seit über 100 Jahren besteht!“

Neue wirtschaftliche Chancen

„Wir sind eine starke Partnerschaft mit HZPC eigegangen", so Ian Barker. „Dort hat man ein solides Portfolio aus unterschiedlichen Sorten, und man engagiert sich für die Marktentwicklung in tropischen Umgebungen.“ Nicht alles ist rosig, denn das Finden der passenden Sorten erwies sich als Herausforderung. Ian Barker setzt fort: „In der ersten Saison konzentrierten wir uns sehr auf Ertrag und Qualität, nicht auf Absterben und Keimruhe. Aufgrund des tropischen Klimas sind die Tage im Hochland kurz, und in manchen Jahren gibt es zwei Saisons. Der Druck durch Krankheiten ist sehr hoch. Wir haben jetzt neun Sorten ausgewählt, die in dieser Region sehr viel bessere Leistungen erzielen als alle anderen. Außerdem haben wir auch gute lokale Partner zur Produktion der Saatkartoffeln gefunden und um Züchter und Experten von HZPC unterzubringen, die bei der Bewertung der Sorten helfen. Dadurch erhalten diese Kleinbauern neue wirtschaftliche Chancen."

Wir wählen Sorten, die sehr viel höhere Leistungen erzielen als alle anderen

Engagement

Auf die Frage nach der Zukunft antwortet Ian Barker: „Selbst wenn wir gute Sorten und Partner finden, sind das nur Bruchstücke der Wertekette. In den nächsten fünf Jahren wird es darum gehen, zu sensibilisieren, Zugriff auf den vollständigen Bereich zu erhalten, um die Arbeit mit der Branche, um Verteilung, Lagerung und Marketing zu verbessern. Das erfordert Zeit. Ich freue mich zu hören, dass ein führendes niederländisches Unternehmen wie HZPC sich dafür engagiert, die Herausforderung anzugehen. Ich freue mich auf eine Zusammenarbeit, bei der wir das erreichen können."

Mehr über Syngenta Foundation: syngentafoundation.org
Mehr über das Projekt: seeds2b.org

Afrika wird in den nächsten Jahrzehnten die treibende Kraft im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum sein. 2025 werden in Afrika 1,1 Milliarden Menschen ein Fünftel der Weltbevölkerung darstellen. Drei Länder in Zentralafrika - Nigeria, Kongo und Äthiopien - werden 2050 zu den weltweit 10 am bevölkerungsreichsten Ländern gehören.
Afrika wird in den nächsten Jahrzehnten die treibende Kraft im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum sein. 2025 werden in Afrika 1,1 Milliarden Menschen ein Fünftel der Weltbevölkerung darstellen. Drei Länder in Zentralafrika - Nigeria, Kongo und Äthiopien - werden 2050 zu den weltweit 10 am bevölkerungsreichsten Ländern gehören.

HZPC & Syngenta

Die Nachfrage nach guten, zertifizierten Saatkartoffeln wächst. Das liegt daran, dass die Bauern die Bedeutung der Verwendung zertifizierter Saatkartoffeln für ihre Ernte verstanden haben, die im Vergleich zu lokalen, nicht zertifizierten Saatkartoffeln um 60 % gestiegen ist. Aber auch die Tatsache, dass zertifizierte Saatkartoffeln keine Viren, Bakterienwelke und andere Krankheiten haben, stellt einen großen Vorteil dar. Die große Herausforderung der Saatkartoffeln-Unternehmen besteht darin, effiziente Vertriebskanäle einzurichten, um ihre zertifizierten Saatkartoffeln qualitativ hochwertig zu verschiffen und in die lokalen kleinen Dörfer innerhalb der verschiedenen Länder zu bringen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Temperaturen hoch und gekühlte Transporte nicht verfügbar sind. Aber wie man so schön sagt: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."