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Technologie 22 Dezember 2016

Ionisation hält
Kartoffeln gesund

Die Ionisation ist eine natürliche Reinigungsmethode. Sie wird unter anderem bei der Käselagerung, in Bierbrauereien und der intensiven Viehzucht eingesetzt. Die ersten Untersuchungsergebnisse bei der Kartoffellagerung sind vielversprechend: Messungen weisen auf einen positiven Effekt bis in die zweite Saatkartoffelgeneration hin.

Das Schöne an der Ionisation ist, dass es eine ungefährliche Technik ist, bei der keine schädlichen Restprodukte verbleiben

Wie die Ionisation funktioniert

'Es ist vergleichbar mit einem Unwetter', erzählt Gentia Lokkers, Geschäftsführerin von ATB Nederland und beteiligt an der Untersuchung der Ionisation bei der Kartoffellagerung. 'Wenn der Wind an den Tannennadeln vorbeistreift, wird er elektrisch aufgeladen. Diese elektrische Ladung sorgt dafür, dass der Schmutz abgetragen wird. So reinigt sich die Natur.

Wir tun dies auf vergleichbare Weise, indem wir Luft durch einen Apparat führen. Dabei werden die Sauerstoffatome in positiv und negativ geladene Ionen verwandelt, die eine Verbindung eingehen möchten. Durch diese Verbindung machen sie alle Viren, Bakterien und Schimmelpilze unschädlich. Das wird als kalte Verbrennung bezeichnet. Das Schöne an der Ionisation ist, dass es eine ungefährliche Technik ist, bei der keine schädlichen Restprodukte verbleiben.'

Vorteile

Gentia Lokkers setzt fort: „Unser Ziel besteht darin, mit der Ionisation die Anfangsbedingungen der Kartoffel während der Lagerung aufrechtzuerhalten. Für das, was sich unter der Schale befindet, ist das nicht möglich, aber wir können sehr wohl dafür sorgen, dass ein Ausbruch gehemmt oder gestoppt wird. Denken Sie hier an Silberschorf, Trockenfäule und die Colletotrichum-Welkekrankheit. Der Einsatz von Chemikalien kann hiermit stark reduziert oder ganz überflüssig gemacht werden, sodass Züchter mit Freude durch ihre Kartoffelscheunen gehen können."

Die Ionisation sorgt nicht nur für Vorteile im Hinblick auf den technischen Arbeitsschutz und eine Reduktion der Chemikalien. Diese „Vergrünung“ ist auch gut für das Branchenimage. Schließlich führt sie zu einer qualitativ besseren Kartoffel. 

Untersuchung

In den kommenden zwei Jahren arbeiten HZPC und ATB zusammen an einer Untersuchung, um den notwendigen Nachweis der Auswirkungen einer Ionisation bei der Kartoffellagerung zu liefern. Es werden unter anderem Untersuchungen im Labor und in der Praxis durchgeführt. Die Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit PPO (Teil der Universität Wageningen) und dem Van Hall-Institut durchgeführt.

„Wir wissen bereits aus einer früheren Untersuchung, dass die Ionisation bis in die zweite Generation der Saatkartoffeln zu positiven Werten führt und keine negative Auswirkungen auf Keimkraft und Wachstum hat“, erklärt Gentia Lokkers. „Sowohl HZPC als auch wir haben ein gutes Gefühl zu dieser Technik, die in anderen Branchen erfolgreich angewandt wird. Aber es kostet Zeit, Sicherheit zu erlangen und Nachweise zu sammeln. Die Kunst besteht auch im Ausrechnen und der guten Anwendung der Technik."

“Die Kunst besteht
im Ausrechnen und
der Anwendung
der Technik”
Gentia Lokkers, ATB Nederland


Die Untersuchung wird gefördert durch das Wirtschaftsministerium, dem Arbeitsverband Nord-Niederlande und der Provinsje Fryslân.

Mehr zu ATB Nederland
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ATB Nederland hat sich auf Abwasserreinigung und industrielle Prozesstechnik spezialisiert. Gentia Lokkers meint: „Unser Slogan lautet 'Technik mit einem menschlichen Gesicht.' Wir halten es für sehr wichtig, gut miteinander und der Welt um uns herum umzugehen. Wir sind ein nachhaltiges Unternehmen und jederzeit offen für Verbesserungen.

Wir betrachten die Technik ausgehend von einer praktischen Perspektive und halten es für eine Herausforderung, die bestehende Technik innovativ einzusetzen.

Ich selbst sträube mich vor dem Wort SVU. Wir kümmern uns immer um die Umwelt, das halte ich für logisch. Im Rahmen der Vorschriften wird es immer notwendiger, und ich merke, dass sich die Leute darin wiederfinden."

www.atbnederland.nl

HZPC & Ionisation

Der Druck, Lagerkrankheiten wie Silberschorf bei Kartoffeln besser in Griff zu bekommen, ist enorm groß. Einerseits haben sich die Qualitätsanforderungen vieler Abnehmer von Saatkartoffeln in den letzten Jahren stark verschärft. Andererseits werden die Möglichkeiten, chemische Mittel gegen Lagerkrankheiten einzusetzen, immer begrenzter. Deshalb ist es sehr wichtig, dass es eine Alternative gibt, Lagerkrankheiten zu bekämpfen. Wir erwarten, mit der Ionisation eine alternative Methode gefunden zu haben, die unseren Züchtern dabei helfen kann, die Saatkartoffeln bei der Lagerung frei von Krankheiten zu halten. Wenn diese Methode erfolgreich ist, machen wir hiermit einen wichtigen Schritt hin zu gesünderen Saatkartoffeln und helfen, die Nachhaltigkeit im Kartoffelanbau zu steigern.