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Gastronomie, Trends 26 Juni 2018

4 Möglichkeiten, um den Wert
von Kartoffeln
zu steigern

Sie möchten mit Ihren Kartoffeln mehr Geld verdienen? Das ist möglich! Jan-Willem Grievink, der CEO des FoodService-Instituts in den Niederlanden teilt 4 Erkenntnisse mit Ihnen. Sie basieren auf internationalen Forschungsarbeiten, mit der die unabhängige Plattform die Trends und Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt untersucht.

Die Kartoffelindustrie steht vor einer enormen Herausforderung. In den letzten Jahren wurde im Zusammenhang mit Gesundheit viel über die Kartoffel diskutiert: Sie sei eine einzige Stärke- und Kohlenhydratbombe. Auch das Konzept des Fast Food hat der Kartoffel einen schlechten Beigeschmack eingehandelt.

Jan-Willem Grievink
Jan-Willem Grievink

Grievinks Rat: „Der Sektor muss das richtige Gleichgewicht zwischen den intrinsischen Qualitäten des Produkts, den Anforderungen der Verbraucher und dem Image und Erlebniswert finden. Sorgen Sie für Assoziationen mit Obst und Gemüse statt einem fettigen Snack. Es ist an der Zeit, dass wir uns etwas einfallen lassen, um das schlechte Image loszuwerden. Das Image bestimmt das Wachstum. Wenn es der Sektor schafft, die Kartoffel wieder attraktiv zu machen, kommt der Rest schon von selbst. Die Kartoffel hat es verdient – sie ist wirklich ein tolles Produkt.“

Bequemlichkeit: AH-to-go
Bequemlichkeit: AH-to-go

1. Machen Sie es den Kunden bequem

Bequemlichkeit ist ein wichtiger Trend, auf den die Kartoffelindustrie reagieren kann. Der westeuropäische Verbraucher hat wieder Vertrauen in die Wirtschaft geschöpft und gibt mehr Geld für Lebensmittel aus. Aus Bequemlichkeit, aus Zeitgründen und für den Erlebniswert isst er häufig auswärts. Laut Grievink wird der direkte Verzehr 2018 weiterhin den größten Wachstumsmarkt darstellen. Formeln für Convenience-Gastronomie sind auf dem Vormarsch, zum Beispiel AH-to-go und McDonald‘s, denen es gelang, ein negatives Image in ein weithin akzeptiertes Konzept zu verwandeln. Kartoffeln gehören zu ihrem Standardangebot, doch kann man neue Produkte in diese Formeln aufnehmen, um auch am Profit beteiligt zu werden? Der Verbraucher ist bereit, Geld auszugeben, um Zeit zu sparen – ob er nun zu Hause oder auswärts isst.
 

2. Erzählen Sie eine Geschichte

„Essen entwickelt sich zu einer Mode“, lautet Grievinks Aussage. Bei diesem wichtigen Trend geht es vor allem um Lifestyle und Erfahrungen: Geschichten erzählen, Erstklassigkeit, ethische Aspekte von Lebensmitteln. Dieser Trend eröffnet der Kartoffel immense Möglichkeiten!

Grievink: „Wenn Ihr Produkt durch Nachweise untermauert ist, können Sie sich an der Spitze des Marktes positionieren. Wenn Sie wollen, dass Verbraucher mehr Geld ausgeben, müssen Sie auch mehr tun. Sie müssen etwas Besonderes anbieten und sich vom Mainstream lösen. Suchen Sie also schönere, intelligentere und alternative Produkte; solche mit einer außergewöhnlichen Geschichte, etwas aus regionalem oder biologischem Anbau. Ein erfolgreiches Beispiel sind die traditionellen Pommes Frites: Der Verbraucher sieht, wie sie zubereitet werden, und ist bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.“
 

“Essen entwickelt sich zu einer Mode”

3. Werden Sie ein Schlüsselakteur

Der Sektor muss mehr auf den Endverbraucher eingehen. Machen Sie sich über den Kunden schlau. In der alten Verkehrswirtschaft hat jeder mit einem eigenen Glied in der Kette mitgemischt. Das wird sich durch die Digitalisierung ändern. Sie macht es den Verbrauchern leicht, sich selbst zu informieren. Die Verbindung zwischen Quelle und Endverbraucher wird immer enger. Die zwischengeschalteten Glieder werden ihre Macht verlieren. „Versuchen Sie, mit den Entwicklungen Schritt zu halten und sich auf neue Technologien einzulassen, sonst sind Sie bald den Gliedern in der Kette ausgeliefert, die genau das für Sie tun“, mahnt Grievink.

 

4. Setzen Sie auf Mehrwert

Die Herausforderung besteht darin, nicht auf Volumen zu setzen, sondern auf den Mehrwert. Grievink: „Der Fokus auf große Mengen hat dem Sektor seine Größe beschert, aber nicht viel Mehrwert geschaffen. Dieses Volumendenken ist ein echter Fallstrick für Innovationen.

Sorgen Sie zunächst dafür, dass die Kunden Ihr Produkt begeistert annehmen – das Volumen kommt dann automatisch.“ Denken wir zum Beispiel an Starbucks. Früher konnten Sie an jeder Straßenecke in den USA einen Kaffee und einen Muffin für einen Dollar kaufen. Dann kam Starbucks und verlangte 7-mal so viel: 3,50 $! Aber der Kaffee war größer, frisch gemahlen usw. Das nenne ich wagemutig und innovativ. Der Erfolg von Starbucks spricht für sich.

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