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Innovation 18 Mai 2016

Die Zukunft der Landwirtschaft in Großstädten: Aquaponik

Die Verbraucher unserer Zeit wählen zunehmend gesunde, frische und regionale Lebensmittel. Unternehmen reagieren darauf, indem sie in den Städten und deren Umgebung Systeme zur Lebensmittelproduktion einrichten. Aquaponik ist die Zukunft der Landwirtschaft in Großstädten und der aktuelle Versuch, die Landwirtschaft in dicht bevölkerten Gebieten auf ein kommerziell rentables Niveau zu heben. Thomas Zöllner, Experte für Landwirtschaft in Großstädten, stellt uns diese innovative Form des Unternehmertums vor.

Was ist Aquaponik?

Aquaponik ist eine „saubere und grüne“ Methode, mit der Fische und Pflanzen gemeinsam in einem synergistischen System gezüchtet werden können. Die Fische werden in Tanks aufgezogen und ihre Abwässer werden für die Pflanzen aufbereitet, die unter kontrollierten klimatischen Bedingungen aufwachsen. Die Pflanzen entnehmen den Abfallstoffen, die die Fische während des Wachstums produzieren, Nährstoffe. Tatsächlich profitieren die beiden Systeme voneinander. Dieses wirkungsvolle Ökosystem kann mehr nachhaltige Lebensmittel mit weniger Ressourcen auf kleinerem Raum erzeugen.

„Fisch und Kartoffeln passen gut zusammen“, scherzt Thomas Zöllner, „und das nicht nur auf dem Teller. Aquaponik-Systeme haben den einzigartigen Vorteil, dass sie das ganze Jahr sowohl Fische als auch Pflanzen hervorbringen und diese noch am Tag der Ernte an Märkte ausgeliefert werden können. Diese Aufzuchtmethode bringt ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzen.“

Start-up-Unternehmen entstehen zu Hunderten

Hype oder langfristige Entwicklung

„Dies ist ein faszinierender Zeitpunkt“, fährt Thomas Zöllner fort. „Ich arbeite schon mein ganzes Leben in dieser Branche, aber ich habe noch nie so viele Veränderungen erlebt! Diese Entwicklung nimmt meine gesamte Zeit in Anspruch. Ich habe meine bisherige Arbeitsstelle aufgegeben, um Start-up-Unternehmen zu unterstützen, die gerade zu Hunderten entstehen. Sogar Menschen, die nie in diesem Sektor gearbeitet haben, glauben daran und starten Projekte zur Produktion von regionalen Lebensmitteln. Sie sind oft idealistisch und sehr enthusiastisch. Am Anfang bekommen sie von den Medien sehr viel Aufmerksamkeit. Ein Betrieb erhielt 250 Anrufe von Medienvertretern im ersten Jahr! Doch nach einer Weile verblasst die Neuartigkeit. Dann können sie Hilfe in Anspruch nehmen in Bezug darauf, wie und was sie anbauen wollen, und ihr Unternehmen geschäftsfähig machen. Ich bin davon überzeugt, dass dies ein Erfolg wird!“

Die richtige Umsetzung

Die Vereinigten Staaten, Südamerika, Asien, Europa – überall ist diese neue Anbaumethode auf dem Vormarsch. Doch wird auch ausreichend Umsatz erwirtschaftet? Thomas Zöllner: „Wenn man heutzutage ein marktveränderndes Unternehmen in Angriff nimmt, dann muss es ansprechend sein und eine größere Gewinnspanne bieten als die konventionelle Herstellung. Die Menschen sind bereit, mehr Geld für organische Produkte zu bezahlen, denn sie erhalten einen Mehrwert dafür. Dieses neue hocheffiziente System hat das Zeug, Organic 2.0 zu werden! Frische, gesunde und regionale Lebensmittel.

“Dieses System hat das Zeug, Organic 2.0 zu werden”

Das Produkt ist das wirtschaftliche Argument. Es wird viel Fisch importiert, somit bietet sich hier die Möglichkeit, ein ansprechendes und regional produziertes Proteinprodukt bereitzustellen. Was die Pflanzen betrifft, ist eine Unterscheidung etwas schwieriger. Um höhere Preise auszugleichen, werden Produkte mit Mehrwert, wie beispielsweise einzigartigem Geschmack oder einzigartiger Qualität, benötigt bzw. Produkte, die eine Geschichte erzählen. Eine optimale Lebensmittelzusammenstellung ist deshalb entscheidend für den Erfolg. Ich denke, dass Kartoffeln sich sehr gut für den Aquaponik-Anbau eignen. Sie werden unterschätzt und nicht für Innovationen in Betracht gezogen.“

HZPC und Aquaponik

Wenn die Menschen nach Neuheiten bei frischen Lebensmitteln suchen, dann erregt der innovative Geist von HZPC ihre Aufmerksamkeit. Dies gilt auch für Aquaponik. Es besteht Interesse daran, innerhalb der neuen Anbaumethode mit kleinknolligen Perupas zu experimentieren. Dies würde kleine, farbenfrohe Kartoffeln hervorbringen, die wie Erdbeeren von der Pflanze gepflückt werden können.