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15 April 2015 Marketing

Was Verbraucher über drei neue Lebensmittelkonzepte denken

In diesem Artikel betrachten wir drei neue Lebensmittelkonzepte: die Food Halls in Amsterdam, die Markthalle in Rotterdam und die Supermarktkette Marqt. Wofür stehen diese Konzepte? Und vor allem: Was denken die Kunden und Unternehmer.

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Die Food Halls in Amsterdam

Ende Oktober 2014 wurde die erste Food Hall in Amsterdam eröffnet. Das Konzept beruht auf andere beliebte Lebensmittelmärkte wie den Borough Markt in London und den Mercado de San Miguel in Madrid, die jedes Jahr rund 4 Millionen Besucher anziehen. Das zu einer attraktiven Markthalle umgebaute alte Straßenbahndepot in Amsterdam Oud-West ist ideal, damit darin sowohl Einwohner als auch Touristen das Großstadtleben mit den unterschiedlichsten Snacks und Getränken genießen können.

In den Food Halls von Amsterdam stehen insgesamt 16.000 m2 für die unterschiedlichsten Aktivitäten zur Verfügung und in den Hallen haben sich zwischen 20 und 25 Restaurants und Catering-Services angesiedelt. An den Ständen sind sowohl neue Initiativen als auch Zweigstellen von etablierten Unternehmen zu finden. Das Angebot wird mit einem Kino, einem Hotel, zwei Restaurants, einer Bibliothek und verschiedenen Geschäften ergänzt.

Was Unternehmensgründer über die Amsterdamer Food Halls denken

Michiel Maessen arbeitet am Käsestand Caulils und ist begeistert: „Wir haben ein Feinkostgeschäft in Amsterdam und uns entschlossen, einen Käsestand in den Food Halls zu eröffnen. Für diesen Zweck haben wir ein eigenes überbackenes Sandwich entwickelt, das unglaublichen Erfolg hat! Die große niederländische Zeitung Parool hat es zum „Sandwich der Woche“ gekürt und auch andere Medien haben über uns geschrieben.

Während der ersten Monate waren die Food Halls eine riesige Attraktion. Es war fast zu voll, doch jetzt ist es schon ein wenig besser. Am Tag kommen viele Eltern mit Ihren Kindern und auch ältere Menschen, die ein wenig Abwechslung suchen. Abends sind vor allem junge Leute zu sehen, die hier etwas trinken und essen wollen. Auch die Anwohner aus der näheren Umgebung kommen regelmäßig hierher. Die Atmosphäre ist einfach großartig. Für uns ist der Stand auch ein nützliches Marketinginstrument für unser Geschäft. Das alles ist sehr inspirierend, da das Umfeld dazu anregt, über die Möglichkeiten deines eigenen Produkts nachzudenken. Wir könnten uns zu einer kleinen Kette weiterentwickeln und mehr mobile Konzepte umsetzen.

“Ich bin nur für meine 15m2 und meine eigenen Produkte verantwortlich und kann mich voll und ganz darauf konzentrieren”

Nur wenige Meter entfernt treffen wir Dominique Spijker von Jabugo, der spanischen Schinken verkauft. Er erzählt: „Mein Traum war es schon immer, ein Unternehmen zu gründen, und als ich von diesem Konzept hörte, war ich von Anfang an überzeugt davon. Das war eine ausgezeichnete Chance für mich. Das Konzept war bereits fertig entwickelt, das Marketing funktioniert wirklich gut und ich musste weder in eine Einrichtung noch in Personal investieren. Dadurch wurden viele Risiken eliminiert. Ich bin nur für meine 15m2 und meine eigenen Produkte verantwortlich und kann mich voll und ganz darauf konzentrieren. Ein paar mehr Läden würden mir schon gefallen, aber nur mit diesem Konzept.“

Einer der Gründer über seine Inspirationsquelle
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Die vier Gründer der Food Halls kommen aus dem Gastronomie- & Catering-Bereich. Einer ist Ching Chu, der erzählt: „Wir haben uns von den südeuropäischen Markthallen inspirieren lassen. Wir dachten, dass solch ein Konzept auch hier umsetzbar wäre. Doch waren wir uns nicht über den Erfolg sicher. Die nordeuropäische Gastronomie unterscheidet sich doch erheblich. Als wir eine Studie zu diesen Hallen durchführen, stellten wir fest, dass ähnliche Konzepte bereits erfolgreich in Stockholm und Kopenhagen umgesetzt wurden. Warum also nicht auch in Amsterdam?“

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Die Markthalle in Rotterdam

Rotterdam kann mit seinen 176 Nationalitäten und Küchen möglicherweise die vielseitigste Gastronomie der Niederlande vorweisen. Anfang Oktober 2014 öffnete die Markthalle nach einer fünfjährigen Bauzeit Ihre Tore. Der überdachte Frischmarkt bietet Platz für 96 Stände und 20 Geschäfte und Restaurants. Hier treffen gutes Essen und eine außergewöhnliche Umgebung in einem spektakulären Bauwerk zusammen, das bereits den Spitznamen „die Sixtinische Kapelle von Rotterdam“ erhalten hat.

Die Rotterdamer Markthalle hat sich ihren Ruf redlich verdient. Hier ist ein Metzger, ein Bäcker, ein Gemüsehändler, ein Käseladen, ein Nussladen, eine Eisdiele und noch viel mehr zu finden. Mit der vielseitigen Mischung aus Spezialgeschäften, Restaurants und Niederlassungen bekannter Branchen kann man für alle noch so ausgefallenen Rezepte Zutaten finden. Während in den Amsterdamer Food Halls der Fokus mehr auf Restaurants liegt, überwiegt in Rotterdam der Einzelhandel.

“Das ist wirklich etwas ganz Besonderes für mich. Es macht mich einfach glücklich”

Was die Besucher über die Rotterdamer Markthalle denken

„Für mich ist der Einkauf in der Markthalle wirklich etwas Besonderes. Es macht mich einfach glücklich.“ Die Atmosphäre ist sehr angenehm, die Verkäufer sind alle freundlich und das Gebäude ist einfach atemberaubend! Es ist ziemlich aufwendig, hierher zu kommen. Deshalb kaufe ich nicht immer hier ein. Aber ich liebe die Produktvielfalt und die besondere Atmosphäre.“

„Ich arbeite in Rotterdam und gehe oft in der Markthalle essen. Oben kann man auch ein Flexiwork-Angebot nutzen, weshalb ich mich hier auch oft mit meinen Kollegen verabrede. Ich kaufe hier aber nicht ein. Das wäre nicht praktisch, weil ich nicht in der Nähe wohne.“

„Ich kaufe hier Produkte ein, die ich im Supermarkt nicht finden kann. Die Auswahl ist einfach riesig, obwohl die Preise doch recht hoch sind. Doch jeder muss natürlich selbst entscheiden, was er kaufen möchte.“

„Wir lieben die Markthalle. Wir haben alles gefunden, wonach wir gesucht haben. In einem Supermarkt wäre das nicht möglich. Und zwischendurch können wir ein Glas Wein trinken und einen köstlichen Snack essen. So fühlt sich Luxus an.“

Die Supermarktkette Marqt

Die junge und erfolgreiche Supermarktkette namens Marqt hat ein Image als nachhaltiger Lebensmittelanbieter aufgebaut. Der Fokus liegt bei Marqt auf gesunden, frischen und hochwertigen Lebensmitteln sowie auf einer engen Beziehung zwischen Kunden und Herstellern. Das Konzept „echte Lebensmittel“ wurde gut entwickelt und die Prinzipien des Unternehmens sind überall in den Geschäften zu finden – vom Design über die Etiketten bis hin zu den Auslagen.

Marqt arbeitet mit nur wenigen Herstellern zusammen und versucht möglichst nur regionale Produkte zu vermarkten. Die Kette verfügt nun über 13 Niederlassungen, hauptsächlich in größeren Städten, und möchte nun auch in kleinere Städte expandieren. Auch Marqt bestätigt ein Umdenken im Lebensmittelbereich.

“Ich achte sehr auf die Produkte, die ich einkaufe. Ich vermeide chemische Zusatzstoffe und kaufe vor allem frische Lebensmittel ein”

Das denken die Kunden von Marqt

„Ich habe von Anfang an bei Marqt eingekauft. Ich glaube an Fair Trade und dass die Hersteller einen fairen Anteil an den Gewinnen erhalten sollten. Ich kaufe auch ganz bewusst biologische Lebensmittel.“

„Ich liebe gesunde Nahrungsmittel und vermisse in den traditionellen Supermärkten einfach bestimmte Produkte. Hier gibt es sehr gut schmeckende und gesunde Produkte, die allerdings ein wenig teurer sind. Es macht mir immer Spaß, Neues zu entdecken. Ich kaufe eigentlich immer mehr, als auf meiner Einkaufsliste steht.“

Johanna Dadaczynski kauft regelmäßig bei Marqt ein und erzählt uns auch, warum; „Ich erledige den Großteil meiner Einkäufe hier. Ich kaufe einige meiner Lebensmittel frisch auf dem Markt, aber ich gehe zu keinem anderen Supermarkt. Ich achte sehr auf die Produkte, die ich einkaufe. Ich vermeide chemische Zusatzstoffe und kaufe vor allem frische Lebensmittel ein. Ich bevorzuge Öko-Produkte aus der Region. Ich koche unglaublich gerne. Hier gibt es andere Produkte als woanders, zum Beispiel Limonaden und besondere Biersorten aus der Region.